RUB » CERES » KHK » Forschung » Konzeptgruppen (2008-2015) » Transfer & Widerstand
en

Konzeptgruppe "Transfer & Widerstand"

khk_concept_group_transfer_de.jpg Das Ziel der Konzeptgruppe „Transfer und Widerstand" war es, Modi religiöser Transfers aus semantischer und kognitiver Perspektive zu identifizieren und beschreiben, sowie deren Voraussetzungen und Rückwirkungen zu analysieren. Dabei ging es einerseits um Fragen der linguistischen, kulturellen und medialen Übersetzung importierter Elemente, zum anderen um deren Integration mit bereits bestehenden Elementen. Zusammen mit Techniken der Übernahme wurden dabei zugleich Formen des Widerstandes und deren Folgen in religiösen Dynamiken diskutiert.

Komplement zu "Dynamik und Stabilität"

Die Konzeptgruppe „Transfer und Widerstand" verstand sich mit ihrer Fokussierung der semantisch-kognitiven Aspekte von Religionstransfers als Komplement zur eher soziale Aspekte in den Blick nehmenden Konzeptgruppe "Inklusion und Demarkation". Bezüglich des theoretischen Rahmens wie auch einzelner Konzepte (u.a. blank spaces) zeigten sich besondere Anschlusspunkte zur Arbeit der Konzeptgruppen „Geheimnis" und "Dynamiken und Stabilität".

Die späte Kulturtheorie Lotmans hat sich im Laufe der Arbeit durchaus als ein geeigneter theoretischer und begrifflicher Rahmen für eigene Ansätze zur Beschreibung des Religionstransfers erwiesen. Mit dem Schema wurde ein vielversprechendes Werkzeug zur Analyse des Materials identifiziert, das es erlaubt, nützliche Ansätze wie conceptual blending, Metapherntheorie und anthropologische Theorien sinnvoll zu verbinden.

Schemata als Schlüsselkonzept

Indem Schemata von Gruppen geteilte kognitive Muster bzw. Handlungsmuster abbilden und so als eigentliche "Kondensatoren" religiöser Symbole wirken können, bestimmen sie auch die Rezeption neuer Sachverhalte. Gleichzeitig sind die Schemata als solche jedoch ebenfalls permanenter Modifikation und Adaption unterworfen, so dass sie sowohl Kontinuitäten als auch Veränderungen abbilden. Ferner erlaubt die Unterscheidung der Schemata von den diesen zu Grunde liegenden konkreten sprachlichen oder ikonographischen Texten einen nuancierten Zugriff auf die sich überlagernden Phänomene der Aneignung und Weitergabe, aber auch auf deren Scheitern sowie Formen gezielten Widerstandes.