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Fokusgruppe "Erfahrung"

khk_focus_group_experience_text_de.jpg Die Fokusgruppe "Erfahrung" untersucht die theoretischen Entwicklungen des Konzepts “Erfahrung” in religionsgeschichtlichen Kontexten. Dabei liegt der Schwerpunkt auf religiösen Kontakten, dem religiösen Austausch und der gegenseitigen Beeinflussung von Religionen im eurasischen Raum. Während des akademischen Jahresthemas 2016/2017 Immanenz/Transzendenz, wird die KHK Fokusgruppe „Erfahrung“ die Beziehungen zwischen beschriebener Transzendenzerfahrung, ihrem kulturellen Ausdruck und Subjektivität des inneren Selbst ansprechen.

Die Fokusgruppe wird die Implikationen von Immanenz/Transzendenz für die Akteur-Welt Beziehung in Übereinstimmung mit der Subjektbeziehung zu sich selbst und der inneren Welt untersuchen. Dies wird durch die historische Perspektive mittels individueller Fallbeispiele von religiösen Begegnungen und auch vergleichend über verschiedene religiöse Traditionen hinweg praktiziert. Insofern werden die folgenden Untersuchungslinien verfolgt:

  • Wie ist die Beziehung zwischen Transzendenzerfahrung, ihrem kulturellen Ausdruck und (dem Aufsteigen oder Unterdrücken von) Subjektivität? Wie wird die Beziehung in verschiedenen religiösen Traditionen konfiguriert?
  • Wie werden Transzendenzerfahrungen in Milieus religiöser Pluralität wie z.B. in Ostasien hineinkodiert? Werden diese Erfahrungen degradiert auf eine spezifische Religion; oder wird  mittels der Verwendung von Vokabeln und Ideen aus verschiedenen religiösen Spektren erzählt; oder wird als Übersteigung der verschiedenen religiösen Traditionen beschrieben?
  • Was ist der relative Vorteil des Transzendenzprozesses bezüglich der Initiative, Mobilität, Expansion, Grenzüberschreitung und dadurch für die „Dynamiken der Religionsgeschichte“?
  • Wie gehen Religionen im Kontakt mit Transzendenzerfahrung um? Mit dem Konkurrieren, Nachahmen und Verleugnen, zielen sie dadurch selbst auf die Erfahrung, ihre Beschreibungen und Erklärungen, die Methoden der Auslösung (oder Behindern) solcher Erfahrungen oder direkt auf die Subjektivitätsverfahren, die aus all diesen geformt wird? 

Diesen Fragen über Transzendenzerfahrung in religiösen Kontakten liegen noch mehr wesentliche Themen über Lokalität und Identifizierung religiöser Erfahrung zu Grunde, wie zum Beispiel:

  • Bewahrt das „innere Selbst“ einen Raum für religiöse Erfahrungen, der komplett vom Kontakt mit anderen Religionen verschlossen ist, oder ist in Hinsicht darauf auch die KHK These, dass Religionen entstehen und sich im Kontakt mit anderen Religionen  entwickeln, wahr?
  • Oder muss das „innere Selbst“ vielmehr als Konstrukt betrachtet werden, welches ins Spiel kommt, wenn Religionen ein stabiles Ideenrepertoire besitzen und sich nach innen stabilisieren?
  • Erscheinen Erfahrungen vor ihren Verbalisierungen? Taucht ihr Bewusstwerden zur gleichen Zeit wie ihr Formulieren auf? Wie ist ihr hintergründiges Erinnern anders, als ihre ursprüngliche Verbalisierung? Können wir lebende Erfahrung von wissender Erfahrung scheiden, und darüber hinaus vom Sprechen über Erfahrungen, und schließlich vom Schwelgen in Erfahrungen? Was konstituiert religiöse Erfahrung? Rituelle Aktivitäten, soziale Praktiken? Lesen, Schreiben und Meditationen? Wie erfassen und erinnern wir religiöse Erfahrungen?