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Konferenz | Der Mittelmeeraum: Ein pluriverses Universum

Konferenz


FNO 02/ 40-46

Flyer

Programmänderung

Mittwoch

  • Anstelle von Michael Sommer trägt Michaela Ott vor.
  • Der Vortrag von Frank Starke fällt aus.

Donnerstag

  • Der Vortrag von Frank Crüsemann fällt aus. Die Konferenz beginnt dementsprechend erst um 9:15.
  • Anstelle des Vortrags von Ekkehard Stegemann und Wolfgang Stegemann findet im Anschluss an das Mittagessen eine Führung durch die Kunstsammlungen der RUB statt. 
  • Der Vortrag von Almut Renger fällt aus und die Abschlussdiskussion wird entsprechend vorgezogen.

Wer „Mittelmeerraum“ sagt, konnotiert notwendig Fernand Braudel und legt die Analogisierungsfähigkeit bis -notwendigkeit seines Grundkonzepts für die antike Welt nahe. Zusätzlich ist beim „Pluriversen Universum Mittelmeer“ von einer longue durée auszugehen, weshalb zunächst die bleibende Bedeutung der vorantiken „Hochkulturen“ für unseren Gesamtraum zu plausibilisieren ist. Zu akzentuieren ist, auf die „hellenistischen“ Jahrhunderte gesehen, dass Orientalen und Ägypter die griechische Welt genau so veränderten wie diese sie: eine Aufgabe, die nur angegangen werden kann, wenn zuvor die Spezifik des „klassischen“ Griechenland profiliert und Athens bleibende Bedeutung herausgearbeitet worden ist.

Die analoge Aufgabe besteht für Jerusalem. Schon was das hellenistische, erst recht aber römisch-imperiale Zeitalter angeht, ist sein Stellenwert so groß wie spezifisch. „Jerusalems“ Eigenwert ist zu profilieren, jedoch nicht zu isolieren. Schon aufgrund des Hellenismus beginnen sich griechisch-jüdisch-römische Austauschprozesse zu entwickeln: wird nicht zufällig Alexandria zu einer auch jüdischen Stadt, die zugleich ihr Diaspora-Judentum hellenisiert – mit überregionaler Auswirkung.

Unbeschadet dessen steht außer Frage, dass noch ein multikulturelles Hybrid wie Paulus – nicht nur die Zeloten à la lettre – in einer antirömischen Abwehr- und Angriffsfront stand. Konflikte geradezu tödlicher Art innerhalb der hellenistischen koiné/des Imperium Romanum können nicht geleugnet werden, wenn dies innerhalb einer helleno- und romanozentrischen Geschichtssicht auch nicht unüblich gewesen ist. Das Projekt „Pluriverses Universum“ versteht sich dezidiert polyzentrisch, obgleich innerhalb eines Kulturraumes – für den der Erinnerungsort Alexandria überrepräsentativ gewesen sein dürfte.

Bis heute bestehende Frontstellungen keinen Augenblick verdrängend, soll der oft nur verrufene „Alexandrinismus“ bewusst stark gemacht werden – er selbst war alles andere als spannungsfrei, gar irenisch. Eine Gestalt wie der zeitweise im auch antisemitischen Alexandria lebende und ungemein vielgesichtige Flavius Josephus, die zugleich eine sehr kaiserzeitliche war, kann das besonders gut verdeutlichen.

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