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Weit weg von Wellness: Letzter Vortrag am Käte Hamburger Kolleg widmet sich Tantra

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Am Montag, den 14. Februar 2022 ist es soweit: Nach fast 14 Jahren Forschungstätigkeit wird es den letzten Vortrag am Käte Hamburger Kolleg Dynamiken der Religionsgeschichte zwischen Asien und Europa geben. Der Vortrag schließt damit auch die Online-Ringvorlesung "Eine Religion kommt selten allein: Streifzüge durch die Religionsgeschichte" ab. Grund genug zum Schluss ein pikantes religionaffines Thema zu wählen, das gerne mit vielen Mißverständnissen einhergeht: Tantra.

Carmen Meinert ist Professorin für die Religionen Zentralasiens am CERES und war in der ersten Förderphase  auch Visiting Research Fellow am KHK tätig. In ihrem Vortrag "Weit weg von Wellness: Tantrisch-buddhistische Rituale an der Seidenstraße" räumt sie mit langläufigen und zahlreichen Irrtümern auf, die sich hinter all jenen Phänomenen, die in der westlichen Populärkultur mit dem Label Tantra versehen werden, verbergen. Mit Angeboten wie rituellen Massagen und Einführungen in spirituelle sexuelle Praktiken lässt sich sicherlich viel Geld verdienen. Aber Tantra wurde im buddhistischen Kontext entwickelt, um das Heilsziel, die Buddhaschaft, zu erlangen.

Wie sah die tantrisch-buddhistische Ritualpraxis im 12. Jahrhundert aus? Wo wurde sie praktiziert? Und was haben die Höhlen des zentralasiatischen Oasenstädtchens Dunhuang damit zu tun? Carmen Meinert nimmt das Publikum auf eine Zeitreise mit, um einen anschaulichen Eindruck von buddhistischer Lebenswirklichkeit und religiöser Erfahrung zu geben. Um diese Erörterung wissenschaftlich zu rahmen, wird sie dabei auf das im Bochumer Käte Hamburger Kolleg erarbeitete Konzept der Transzendenz-Immanenz-Unterscheidung auf historisches Bild- und Textmaterial aus Zentralasien anwenden.

Der Vortrag von Carmen Meinert ist ganz bequem online über den CERES-YouTube-Kanal zu sehen. Er wird aufgezeichnet und ist auch nach der Live-Übertragung abspielbar.