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Rundgang per Computer: Religionskundliche Sammlung ist nun (teilweise) digital zugänglich

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In einem Pilotprojekt haben der Kunsthistoriker Dr. Patrick Felix Krüger und der Religionswissenschaftler Dr. Martin Radermacher vom Centrum für Religionswissenschaftliche Studien (CERES) der Ruhr-Uni Bochum eine Sammlung religionskundlicher Objekte teilweise digitalisiert, um sie einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Mithilfe der Maus kann man sich durch die virtuelle Ausstellung bewegen und einen 360°-Blick auf die verschiedenen Objekte werfen. Anklickbare Exponate färben sich rot, wenn man mit der Maus darüberfährt, und die Bezeichnung des Objekts wird eingeblendet. Klickt man das Objekt an, erscheinen eine Großaufnahme sowie ein kurzer Text. Ein Exponat ist darüber hinaus mit einer erklärenden Tonspur versehen. Das Pilotprojekt zeigt somit auf, was im Rahmen von virtuellen Ausstellungen möglich ist: Schwer zugängliche Sammlungen können zum einen für Interessierte innerhalb und außerhalb der Universitäten geöffnet und zum anderen durch die Möglichkeiten des barrierefreien Zugangs auch für Menschen mit Behinderungen erfahrbar gemacht werden. Zudem ergibt sich großes Potenzial für Forschung und Lehre.

Die Idee zu dem Projekt entstand im Rahmen der Transferphase des Käte Hamburger Kollegs (KHK) „Dynamiken der Religionsgeschichte zwischen Asien und Europa“ in der das Kolleg seine Arbeit in zahlreichen Projekten einem breiteren Publikum vorstellt – u.a. in Form eines Kinderbuchs und einer Kurzfilmreihe. Das KHK widmet sich der Dynamik und Verbreitung religiöser Traditionen und somit insbesondere den Kontaktpunkten, an denen die unterschiedlichen Traditionen einander begegnen. Religions- und missionskundliche Sammlungen sind Orte, an denen dieser Kultur- und Religionskontakt nicht nur sichtbar, sondern regelrecht greifbar wird. Gerade kleinere Sammlungen sind jedoch oftmals wenig bekannt und nicht öffentlich zugänglich. Wie das Pilotprojekt zeigt, sind virtuelle Rundgänge eine ideale und attraktive Möglichkeit, mit diesem Problem umzugehen.

Besonderer Dank gilt dem Institut für Religionswissenschaften an der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster für die Kooperation bei diesem Pilotprojekt. Die hier exemplarisch digitalisierte Religionskundliche Sammlung der WWU wurde in den 1950er-Jahren von dem katholischen Theologen, Religionsphilosophen und Religionswissenschaftler Prof. Dr. Anton Antweiler gegründet und umfasst unter anderem Bestände aus der Pallottiner-Mission in Australien sowie aus dem Kunsthandel. Den Grundstein für die Sammlung legte Antweiler mit dem Erwerb einer Buddhafigur aus der Sammlung Exner in Frankenau (Hessen) im Januar 1957. Wenige Jahre später wurde die Sammlung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert; sie umfasste zu diesem Zeitpunkt bereits etwa 150 Exponate. Bis heute ist die Sammlung auf beinahe 200 Objekte mit vorwiegend asiatischem Schwerpunkt angewachsen.