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Materialität – Mission – Kulturkontakt

Kultur- und Religionskontakt zwischen Asien und Europa am Beispiel missionsgeschichtlicher Sammlungen

Zusammen mit Fachkolleg/innen in Museen und Universitäten untersuchen Wissenschaftler/innen des CERES und KHK die materielle Dimension des Kultur- und Religionskontakts zwischen Asien und Europa auf der Basis von missionsgeschichtlichen Sammlungen. Die von Missionar/innen mit unterschiedlichen Intentionen gesammelten Artefakte werden dabei als Zeugnisse und Agenten des Religions- und Kulturkontaktes betrachtet. Das Projekt konzentriert sich auf den Kontakt zwischen christlich geprägten, europäischen Kulturen einerseits und den religiösen Traditionen Süd-, Südost- und Ostasien sowie Ozeaniens andererseits. Es knüpft damit an die theoretische Grundlagenarbeit und mehrere Einzelforschungsprojekte des Käte Hamburger Kolleg „Dynamiken der Religionsgeschichte zwischen Asien und Europa“ an, das seit 2008 am CERES angesiedelt ist. Das Projekt findet in der Transferphase des Kollegs ab April 2020 statt.

Der wissenschaftstheoretisch und methodologisch innovative Ansatz des Projekts besteht in seiner bewusst angelegten Interdisziplinarität, indem Wissenschaftler/innen aus ganz verschiedenen Forschungstraditionen konzeptionell wie forschungspraktisch integriert werden. So arbeiten Vertreter/innen aus Ethnologie, Volkskunde, Kunstgeschichte Süd- und Ostasiens, Indologie, Sinologie, Archäologie und verschiedenen Regionalwissenschaften unter dem Dach einer religionswissenschaftlichen Perspektive zusammen und untersuchen die Bestände von missionsgeschichtlichen Sammlungen und ethnologischen Museen.

Missionsgeschichtliche Sammlungen und Sammlungsbestände werden damit als Kontaktzonen christlicher und außereuropäischer Religionen betrachtet. Sie sind jedoch bislang in der religions- und kulturwissenschaftlichen Forschung vielfach unberücksichtigt geblieben. Seit den 1970er Jahren ist zudem in Öffentlichkeit und Medien ein Unbehagen über die historischen Aktivitäten christlicher Missionar/innen in den Herkunftsregionen der Sammlungsobjekte zu beobachten. Neben Provenienz- und objektbezogenen Fragen rücken in diesem Projekt auch weitere Themen- und Arbeitsfelder wie kulturelle und religiöse Diversität, globale Austauschbeziehungen und Netzwerke sowie die enge wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Museen und Universität in den Mittelpunkt.
 

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