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SUMMARY:Zwischen Dialog\, Polemik und Apologetik: Modi interreligiösen Ko
 ntakts im vormodernen Korea
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DESCRIPTION:Flyer Poster\nInter-religious contacts between Buddhists and C
 onfucians during the Chosŏn period shouldn’t be reduced to Buddhism in 
 an environment dominated by Neo-Confucian thought\, but also research in a
  wide range of interaction modes – revealed through religious\, historic
 al and literary sources.\nCase studies contrast theses interaction modes a
 nd identify trends in their historical development\, in order to develop b
 uilding blocks of a more abstract typology of religious contacts.\nDie Vor
 träge der Tagung bezogen sich entsprechend dem Thema der Tagung auf Aspek
 te des interreligiösen Kontakts auf der koreanischen Halbinsel. Dabei wur
 den unter Einbeziehung eines weiten Quellenspektrums unterschiedliche Aspe
 kte und Modi des Kontaktes untersucht.\nHenrik Hjort Soerensen (Kopenhagen
 ) hinterfragte in seinem Beitrag das bis in die moderne Forschung immer wi
 eder kolportierte Narrativ eines Niedergangs des Buddhismus in der Koryô-
 Zeit. Im Vortrag wurden zunächst die angeführten Gründe und Symptome di
 eses Niedergangs erläutert\, und als haltlos erwiesen. Die Quellen\, in F
 orm etwa von Throneingaben oder Polemiken\, sprechen für ein Erstarken ne
 okonfuzianischen Denkens in der politischen Sphäre\; dessen Vertreter dis
 kreditierten den Buddhismus jedoch zunächst im Zusammenhang fraktioneller
  Auseinandersetzungen\, d.h. aus politischen Gründen. Der Umgang im Konta
 kt verschärft sich vor dem Hintergrund des politischen Klimas auch auf re
 ligiöser Ebene: sympathetische Tendenzen verloren an Bedeutung\, polemisc
 he Attacken werden immer prominenter. Dabei ist auffällig\, dass im Zuge 
 der Bearbeitung der Quellen in der offiziellen Geschichtsschreibung die De
 markation auf Basis der Religion eine immer größere Bedeutung annimmt.\n
 Christian Mularzyk (Bochum) analysierte in einer Fallstudie zu buddhistisc
 hen Schriften des Autoren Kim Sisûp 金時習(1435-1483) die einem Beispi
 el doktrinärer Hybridität zu Grunde liegenden Kognitionsmuster. So verwe
 ndet Kim Sisûp zur Erklärung des buddhistischen Schemas der fünf Positi
 onen der Caodong-Schule (Caodong wuwei 曹洞五位)\, eines soteriologis
 chen Planes\, der den Initiierten zum Erwachen führen soll\, den Plan vom
  Höchsten Äußersten (Taiji tu 太極圖)\, ein kosmologisches Diagramm
  des songzeitlichen Neokonfuzianers Zhou Dunyi 周敦頤(1017-1073)\, mit 
 dem Kommentar des Zhu Xi 朱熹(1130-1200). Der Vortrag zielte auf eine Be
 schreibung der Gründe\, weswegen Kim eine derart ungewöhnliche Kombinati
 on plausibel erscheinen hat können. Die Grundlage hierfür bildet dabei n
 icht zuletzt die numerologische Symmetrie der beiden Denkgebäude\, die Ki
 m an verschiedenen Stellen forciert.\nVladimir Glomb (Prag) sprach über V
 orstellungen von Heterodoxie im Zusammenhang der Bildung einer neokonfuzia
 nischen Tradition in Korea\, basierend auf vorgängigen Modellen in China.
  Dabei standen die Figuren T'oegye Yi Hwang 退溪 李滉(1501-1570) und Y
 ulgok Yi I 栗谷 李珥(1536-1584) im Fokus. Ausgangspunkt der Untersuchu
 ng war eine Passage des Lunyu (den Analecta des Konfuzius)\, die als Ref
 erenzpunkt für eine konfuzianische Relation zu anderen\, nicht konfuziani
 schen\, Lehren diente. Zwar wird hier den Lernenden Distanz zu heterodoxen
  Lehren (wörtlich „anderer Anfang/Spross“ yi duan/ i tan 異端) e
 mpfohlen\, da eine Auseinandersetzung mit ihnen nur fatale Affektion nach 
 sich ziehen würde. Ungeachtet dieser Warnung positioniert sich eine konfu
 zianische Orthodoxie im Laufe der Geschichte jedoch immer wieder zu rivali
 sierenden Schulen: so im Altertum gegenüber den Schulen Yang Zhus (370-31
 9 v.u.Z.) und Mo Dis (470-391 v.u.Z.)\, in der T‘ang-Zeit zum Buddhismus
 \, in der Song-Zeit zur Ausformung des Chan/Zen. Die Bedeutung des Konzept
 es i tan verschiebt sich schließlich im Zuge der Marginalisierung des B
 uddhismus in Chosŏn und mit dem Auftauchen der Lehren Wang Yangmings (147
 2-1529) und Sŏ Kyŏngdŏks (1489-1546) schließlich in einen innerdenomin
 ationalen Kontext: nunmehr wird innerhalb eines konfuzianischen Diskurses 
 zwischen orthodoxer und heterodoxer Lehre unterschieden.\nIsabelle Sancho 
 (Paris) untersuchte in ihrem Vortrag den innerdenominationalen Diskurs zu 
 Heterodoxie anhand der Biographie von Yulgok Yi I (1536-1584). Yulgok\, ei
 ne der bedeutendsten Figuren des koreanischen Konfuzianismus\, war in sein
 er Jugend nach dem Tod seiner Mutter in ein buddhistisches Kloster eingetr
 eten und hatte dort ein Jahr verbracht. In diese Phase fiel ein konfuziani
 sches Erwachenserlebnis\, wonach er sich wieder der weltlichen Sphäre zuw
 andte. Yulgok wird in der Folge herausragende Ergebnisse in konfuzianische
 n Staatsprüfungen ablegen\, und auch eine strikt konfuzianische Haltung i
 n Bezug auf Religionspolitik einnehmen. Dennoch ist sein buddhistischer Au
 sflug in jungen Jahren zeitlebens und posthum eine vieldiskutierte Angeleg
 enheit. Setzt man die einzelne Biographie in Bezug zu denen chinesischer V
 orbilder (v.a. Zhu Xi)\, so lässt sich vielleicht eine an Bildungsromane 
 erinnernde Grundidee nachvollziehen: Der Protagonist muss in die Fänge he
 terodoxer Doktrin geraten\, bevor er als besonders hervorragender Denker d
 er orthodoxen Schule fungieren kann.\nKim Daeyeol (Paris) gestaltete seine
 n Vortrag ebenfalls entlang der Linien einer einzelnen Biographie: jener v
 on Tasan Chông Yakyong 茶山 丁若鏞(1762-1836)\, einem konfuzianische
 n Denker und Beamten der späten Chosôn-Ära. Obgleich überzeugter Konfu
 zianer\, war dieser intellektuell offen für Ideen aus anderen Schulen und
  Religionen. Vor dem Hintergrund von Tasans Schriften wurde die Frage erö
 rtert\, in welchen Stadien seines Lebens sich konkrete Einflüsse aus dem 
 Buddhismus nachweisen ließen\, und welche Gründe sich dafür finden kön
 nten. Quellen hierzu waren Gedichte\, die je verschiedenen Abschnitten sei
 nes Lebens zugeordnet wurden. So finden sich in seiner Zeit als Beamter (1
 790-1800) Dokumente\, in denen er Buddhismus streng verwirft\, gleichzeiti
 g aber immer wieder Exkursionen in Klöster unternimmt. In seiner Zeit des
  Exils (1801-1818) findet eine Umorientierung in Bezug auf Buddhismus stat
 t: er empfindet die Ruhe der Klöster als angenehmen Gegenpart zum Alltag 
 in den Beamtenstuben\, und entwickelt freundschaftliche Verbindungen zu M
 önchen\; allein soziale Einschränkungen bilden ein Hindernis für den Ei
 ntritt in ein Kloster als Mönch. Als Schlüssel für ein Verständnis der
  sich verändernden Wahrnehmung verstand der Sprecher eine zunehmend empfu
 ndene Nähe zwischen den beiden Lehren\, wie auch eine spirituelle Umorien
 tierung nach der Exilierung als Beamter. Dabei dienten Gedichte der Schaff
 ung eines ästhetischen Freiraums für die Diskussion buddhistischer Inhal
 te.\nYannick Bruneton (Paris) widmete sich in seinem Vortrag einer Untersu
 chung des Tongmun sôn 東文選\, einer chosôn-zeitlichen normativen K
 ompilation auf der koreanischen Halbinsel entstandener Lyrik und Prosa. Na
 ch einer detaillierten Untersuchung der Strukturen des Textes befragte der
  Sprecher die Klosteraufzeichnungen und Mönchsbiographien auf bestehende 
 konfuzianische Einflüsse: schließlich wurden diese Aufzeichnungen genere
 ll von konfuzianischen Literaten verfasst. So wurden buddhistische Mönche
  oftmals als tugendhaft vor einem konfuzianischen Hintergrund beschrieben 
 (etwa als treu ch'ung 忠). Diese besondere Betonung konfuzianisch tugen
 dhafter Mönche hat eine weitere wertende Funktion: Indem man wenige Mönc
 he explizit lobt\, äußert man\, die meisten seien nicht tugendhaften Cha
 rakters. Gleichzeitig wies der Sprecher darauf hin\, dass viele der frühe
 n konfuzianischen Denker eine ambivalente Position zum Buddhismus besaßen
 : bei aller doktrinärer Radikalität in der Polemik war freundschaftliche
  Interaktion mit Mönchen eine alltägliche Angelegenheit.\nDie Vorträge 
 des Workshops veranschaulichten in ihrem Zusammenklang in eindrucksvoller 
 Weise die Komplexität der buddho-konfuzianischen Kontakte in der Chosŏn-
 Zeit\, die sich je nach untersuchten literarischen Medien und Verfassern (
 z.T. bis in individuelle Lebensabschnitte hinein) unterschiedlich darstell
 en. Entsprechend sollen die Beiträge in einem diesen multiperspektivische
 n Ansatz betonenden Sammelband zusammengefasst werden.
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