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Typologie der Religionskontakte im Alten Testament

Im Rahmen dieses Projektes soll eine Gesamtübersicht unterschiedlicher literarischer Konstellationen von Religionskontakten im Alten Testament erarbeitet und diese einer systematischen Kategorisierung unterzogen werden. Unter Einschluss der diachronen Kulturkontakte (z.B. mit den Midianitern, den Moabitern, der phönizischen Ökumene usw.) gilt es, die differenzierten Konzeptionen im Umgang mit dem "Fremden" im Alten Testament zu untersuchen, sie zu systematisieren und schließlich eine synchrone wie diachrone Einordnung zu versuchen. Dabei geht das Projekt folgendermaßen vor: a) Vorbereitende und sondierende Summer School (Sommer 2010): Hier werden junge Wissenschaftler eingeladen, die 2010 im Umfeld arbeiten, um für 10 Tage intensiv zu der Frage einer Systematisierung der Religionskontakte im AT und exemplarischen Fallstudien zu arbeiten. Aus den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Summer School 2010 sollen Fellows mit exegetischer, frühjüdischer und/oder religionswissenschaftlicher Kompetenz für die zweite Antragsphase in den Jahren 2011 und 2012 ausgewählt werden. Im Rahmen dieser Summer School soll ein Sammelband vorbereitet und veröffentlicht werden, der die unterschiedlichen Konstellationen der Religionskontakte im AT in einem ersten Schritt sammelt und zusammenführt. Diese Publikation gilt als Ausgangsbasis für die folgende systematisierende Arbeit. b) Kategorisierung und Systematisierung der Religionskontakte im AT (2011). In diesem Rahmen soll der Projektarbeiter / die Projektarbeiterin vertiefend zu einem exemplarischen Feld der Religionskontakte (z.B. Bündnisverbot, Völkerwallfahrt) eine Promotion erarbeiten. c) Versuch einer synchronen und diachronen Einordnung der verschiedenen Modelle. d) Untersuchung der Rezeptionsgeschichte der frühen alttestamentlichen Texte in der inner- und außerbiblischen Tradition.

 

Das Projekt, das in der jetzigen Phase nur grob skizziert werden kann, zielt auf eine systematische und systematisierende Untersuchung und Differenzierung der verschiedenen Konzeptionen im Umgang mit dem "Fremden" im Alten Testament. Dabei steht nicht nur die ethnische, sondern vor allem auch die religiöse Dimension im Vordergrund. Die Vielfalt und die zahlreichen unterschiedlichen literarischen Konstellationen von Religionskontakten im Alten Testament sollen erarbeitet, exemplarisch vertieft, einer systematischen Kategorisierung unterzogen und anschließend synchron wie diachron eingeordnet werden. Für die Phase des Frühjudentums im 5.-2. Jh. wird die Rezeption der frühen alttestamentlichen Texte in der inner- wie außerbiblischen Tradition untersucht. Dadurch ergeben sich Hinweise auf den Umgang mit anderen Religionen im frühen Judentum. Es steht außer Frage, dass sowohl im Frühjudentum als auch im frühen Christentum bis in das Hochmittelalter hinein auf alttestamentliche Texte zur Begründung von Integration oder Ausgrenzung zurückgegriffen wurde. Daher stellt sich das Projekt der Herausforderung einer Systematisierung dieser alttestamentlichern Konstellationen von Religionskontakten und versucht auf diese Weise für das Kolleg einen "Bezugshorizont" und "Handwerkszeug" für den komparatistischen Zugang zu erarbeiten. Dies soll eine weitergehende Gesprächsfähigkeit für andere Projekte unterstützen. Dabei zielt es in der letzten Arbeitsphase auf eine dezidiert rezeptionsgeschichtliche Fragestellung (Auf welche Texte wurde im Laufe der Geschichte zurückgegriffen und auf welche nicht?), die es im Kontext des gesamten Kolleg zu vertiefen gilt.

 

Beteiligte Person