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Religionswissenschaft für das 21. Jahrhundert: Kooperation mit der Syracuse University vereinbart

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Wie soll das religionswissenschaftliche Studium im 21. Jahrhundert aussehen? Welche Forschungsthemen verdienen zukünftig mehr Aufmerksamkeit? Und welche Herausforderungen hat das Fach in den kommenden Dekaden zu meistern?

Diese Fragen standen im Mittelpunkt des ersten gemeinsamen Workshops des Department of Religious Studies der Syracuse University (NY, USA) und dem CERES. Fachleute beider Institutionen trafen sich im Juni 2017 in Bochum, um zu beraten, wie ein Studium der Religionswissenschaft im 21. Jahrhundert idealerweise aussehen könnte. Einigkeit bestand darin, dass Studierende in ihrem Studium noch stärker die Möglichkeit gegeben werden müsse, umfangreiche Auslanderfahrungen zu sammeln. Um dieses Ziel konkret umzusetzen, wurde vereinbart, ein Austauschprogramm von Studierenden zwischen Syracuse und Bochum anzustreben. In einem solchen Programm können Studierende ihr Studium thematisch verbreitern und internationalisieren - ohne Nachteile bei der Anrechnung von erbrachten Auslandsleistungen an ihrer Heimatuniversität zu befürchten.

Im Rahmen des Workshops wurde deutlich, dass ein Studierendenaustausch allein aber nicht ausreiche: Der Blick über den Tellerrand hinaus ist auch für Lehrende sinnvoll. Wie Studierende sollten sie die Möglichkeit haben, jeweils an die Partnerinstitution zu wechseln, um dort z. B. für ein Semester zu unterrichten.

Als weiteres Feld für eine Kooperation wurde die Forschung ausgemacht: Gerade weil in einem kleinen Fach wie der Religionswissenschaft internationale Kooperationen überlebensnotwendig seien, sollten auch Forscher/innen das Arbeiten an der Partnerinstitution kennenlernen. Internationale Konferenzen bieten nur einen zeitlich begrenzten Kontakt. Wie Forschungsansätze praktisch angewandt werden, ließe sich nur vor Ort angemessen erfahren. Dabei ergänzen sich die unterschiedlichen Ausrichtungen der beiden Institutionen: Während Syracuse vor allem die gegenwärtige religiöse Situation erforscht, ist die Bochumer Forschung mehr religionshistorisch verankert.

Um das angestrebte dreidimensionales Austauschprogramm praktisch umzusetzen, wurde eine gemeinsame Task-Force gebildet. Sie soll in der nächsten Zeit klären, wie die verschiedenen Lehr- und Wissenschaftstraditionen sinnvoll miteinander verbunden werden können. Darüber hinaus gilt es praktische Lösungen zu finden, die den unterschiedlichen administrativen und finanziellen Dimensionen des Studiums und der Forschung beiderseits des Atlantiks berücksichtigen.